FAQ

Es gibt viele verschiedene Perspektiven, aus denen man Autismus beschreiben kann. Autismus umfasst eine andere Art der Wahrnehmung, des Denkens und des Fühlens als die meisten Menschen es tun. Die Fähigkeiten zur Aufnahme, Verarbeitung und Interaktion sozial wichtiger Informationen weicht von den Kompetenzen von nicht-autistischen Menschen ab. Die Frage, was genau Autismus eigentlich ist, lässt sich somit nicht einfach beantworten. Jeder autistische Mensch ist einzigartig und individuell, ebenso wie alle nicht-autistischen Menschen (Broich, 2018).
Die Kapazitäten eines jeden Menschen, Reize aufzunehmen, zu filtern und zu verarbeiten, sind begrenzt. Wenn viele Reize gleichzeitig auf eine Person hereinströmen, kann es zu einer „Überflutung“ auf den einzelnen Sinneskanälen kommen, also einer Reizüberflutung. Hierbei spielt oft nicht nur die Anzahl der Reize, sondern auch die Intensität des Reizes eine Rolle. (Theunissen et al., 2015).
Neurodiversität versteht neurobiologische Unterschiede als natürliche menschliche Unterschiede. Das Konzept der Neurodiversität sieht also unter anderem Autismus, AD(H)S, Hypersensibilität, Lernbeeinträchtigungen und Hochbegabung als natürliche Formen der neurobiologischen Vielfalt. Vertreter*innen des Neurodiversitäts-Konzepts lehnen z.B. eine pathologisierende Betrachtung von Autismus ab (Jaarsma & Wellin, 2012). Neurodiversität beschreibt somit die Bandbreite der neurologischen Vielfalt.
Echolalie bezeichnet die ein- oder mehrmalige Wiederholung von Wörtern oder Sätzen, die die Person zuvor gehört hat. Zum Beispiel wird eine Frage nicht sinngemäß beantwortet, sondern es werden bestimmte Teile der Frage wiederholt. Echolalie selbst ist dabei für autistische Menschen nicht funktionslos, sondern es kann ein Schritt sein mit der Umwelt zu kommunizieren. Echolalien können auch dabei helfen das Gehörte zu verarbeiten oder sich selbst zu regulieren (Theunissen et al., 2015).
Das Asperger-Syndrom wird im ICD-10 als eine Form von Autismus klassifiziert. Es unterscheidet sich z.B. vom frühkindlichen Autismus dahin gehend, dass bei der betroffenen Person keine Entwicklungsdefizite in der Sprache und Intelligenz vorliegen, sodass Menschen mit Asperger-Syndrom einen durchschnittlichen oder auch überdurchschnittlich hohen IQ aufweisen. Übereinstimmungen in der Symptomatik können sich hingegen in der Beeinträchtigung innerhalb sozialer Beziehungen und Interaktionen und den Vorkommen der wiederkehrenden, stereotypen Verhaltensabläufen, Aktivitäten und Interessen zeigen (Kandale & Rugenstein, 2017).
Der frühkindliche Autismus, auch bekannt als Kanner-Autismus, gilt als angeboren, wobei sich erste Symptome bereits vor dem 3. Lebensjahr zeigen müssen, um diese Diagnose vergeben zu können. Die 3 Symptomkriterien des frühkindlichen Autismus umfassen zum einen deutliche Auffälligkeiten und Probleme in der gegenseitigen sozialen Interaktion, sowie umfassende Verzögerungen und Schwierigkeiten in der sprachlichen Entwicklung und Kommunikation und sich wiederholende, typische Verhaltensmuster und Interessen (Hiller et al., 2014).
– Selbstliebe – Du kannst lernen, dich selbst besser zu verstehen. Du lernst deine Bedürfnisse kennen, verstehst was dir gut tut und was dir nicht gut tut. Du kannst dich darum kümmern, dass du mehr von dem bekommst, was dir gut tut. Du kannst lernen, deine Grenzen zu erkennen. Du kannst Talente in dir entdecken, die du nicht für möglich gehalten hättest. Du kannst Wege finden, deine Schwächen zu akzeptieren. Du kannst dich so lieben, wie du bist. – Zwischenmenschliche Wärme – Du kannst lernen, andere besser zu verstehen. Du kannst Menschen besser unterstützen, die du gerne hast. Du kannst anderen Menschen auf angenehme Weise sehr nah sein und zwischenmenschliche Wärme spüren. – Inspiration – Du kannst deinen Horizont erweitern und faszinierende Dinge entdecken. Du kannst durch unterschiedliche Blickwinkel ein vollständigeres Bild von der Welt bekommen.
Versuche Hilfsmittel oder Wege zu finden, die dir im Alltag helfen, die Reizüberflutung für dich so gering wie möglich zu halten. Folgende Hilfsmittel können dir dabei vielleicht weiterhelfen: - Kopfhörer, Ohrenstöpsel gegen Lärm - Sonnenbrille gegen zu grelles Licht oder unangenehme Blicke - Sichtschutzmöglichkeiten (z.B. Raumteiler) - Stim-Toys (z.B. Spinner, Zauberwürfel, etc...) zur Beruhigung. Versuche dein eigenes Lernumfeld so zu gestalten, dass Du am besten lernen bzw. arbeiten kannst, z.B. mit Hilfe einer Lernbox mit Sichtschutzfunktion oder ein reizarmer Schreibtisch in einer festen Ecke des Büros, der von niemandem außer dir benutzt wird. Zur Strukturierung und Orientierung können Hilfsmittel, wie z.B. Markierungen, Symbole, Piktogramme, Fotos z.B. am Boden oder an Treppen helfen. Um zeitliche Abläufe klarer verstehen zu können und ein Gefühl von Vorhersehbarkeit und Sicherheit zu gelangen, können übersichtliche Pläne mit täglichen Abläufen und Terminen weiterhelfen. Dabei ist es wichtig auch die Erholungspausen für dich miteinzuplanen, damit Du wieder Kraft und Energie tanken kannst.
Overload kann man als eine sensorische Überlastung beschreiben. Je mehr Reize ein Mensch auf einmal verarbeiten muss, desto schwieriger ist es diese zu filtern und wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen. Es kommt also zu einer Reizüberflutung, die dann zu einer Reizüberlastung führen kann, was man Overload nennt. Autistische Menschen erleben diesen Zustand deutlich häufiger als nicht-autistische Menschen, was viel Energie und Kraft kostet. Woran man einen Overload erkennt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche autistische Menschen ziehen sich zurück und sprechen kaum noch, andere werden wütend oder versuchen sich zu beruhigen z.B. durch Schaukeln oder im Kreis laufen (Theunissen et al., 2015).
Meltdown bedeutet übersetzt Zusammenbruch und kann für Außenstehende aussehen wie ein Wutanfall. Es handelt sich hierbei jedoch um die Reaktion eines autistischen Menschen auf eine anhaltende oder sehr massive Reizüberlastung (Overload), bei der es keine geeigneten Rückzugsmöglichkeiten gibt. Für einen autistischen Menschen ist es ein Zustand des völligen Zusammenbruchs, der sehr anstrengend und auch ängstigend sein kann (Theunissen et al., 2015).
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